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__Am 20. Dezember__ ____um 8:30 Uhr____ __Trauergottesdienst__

... Gertrud-Bäumer-Realschule Essen

100 Jahre Einheit in Vielfalt

Adventszeit

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 „Viele Bilder“, „interessante Führung im Museum“, „Neues erfahren“, „dreidimensionale Kunst sehen“, „Spaß haben“ und bitte „nicht zu lang“! So beschrieben die Schüler*innen der Klasse 10b ihre Erwartungshaltung zu einem geplanten Besuch des Museums K20 – Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. In den letzten Wochen hatte sich der Kunstkurs von Frau Dilekli eingehend mit der Kunstepoche des „Surrealismus“ auseinandergesetzt. Nun folgend ein kurzes Namedropping, um den Lesenden einen Eindruck der Unterrichtsinhalte zu verschaffen: René Magritte, Giorgio de Chirico, Joan Mirò, Salvadore Dali u. a. Neben dem geschichtlichen Hintergrund haben sich die Schüler*innen in Bildbeschreibung geübt und die wesentlichen Merkmale surrealistischer Kunst erarbeitet. Als künstlerisch-praktische Arbeit sind surrealistische Selbstportraits entstanden, die eine Auseinandersetzung mit den eigenen Traumbildern zeigen. Der Museumsbesuch bildete den Abschluss der Unterrichtsreihe.

Mit dem Zug und der U-Bahn erreichte die Klasse pünktlich, sogar noch bevor das Museum geöffnet hatte, das K20 am Grabbeplatz in Düsseldorf. Als die Türen um 10 Uhr öffneten, wurde die Klasse in zwei Gruppen geteilt, die jeweils von einer Museumspädagogin begleitet wurden. Der Rundgang führte die Gruppen in die ständige Sammlung des Museums, in der herausragende Werke des 20. und 21. Jahrhunderts vertreten sind. Hier im zweiten Stock konnten die Schüler*innen Gemälde von Pablo Picasso, Wassily Kandinsky oder von Jackson Pollock neben Installationen von Joseph Beuys und Nam June Paik zumindest im Vorbeigehen sehen. Unser Thema war jedoch klar eingegrenzt und auf die Surrealisten beschränkt. Wie wesentlich es ist, sich bei einem Museumsbesuch mit Schüler*innen auf einige wenige Bilder zu konzentrieren, zeigte sich schnell daran, dass selbst von den Surrealisten des Museums nur ein kleiner Teil besprochen werden konnte. Und das ist auch gut so, denn was den Rundgang so interessant machte, waren vor allem die Sichtweisen der Schüler*innen. Ein Gemälde erregte besonders das Interesse der Schüler*innen: René Magritte „Das Vergnügen“ (1927). Zu sehen ist ein junges Mädchen, das mit einem feinen Sonntagskleidchen bekleidet und vor einem Baum, in dem exotische Vögeln sitzen, gedankenversunken in einen Vogel beißt, den es wohl im nächsten Moment verspeisen wird. Blut tropft aus ihrem Mund. Ein Schüler sah in dem in sich gekehrten Blick des Mädchens einen Zusammenhang zum Symbol des Auges, welches bei den Surrealisten für den inneren Blick und die Seele des Menschen steht.

Aber auch Magrittes „Die gigantischen Tage“ (1928) löste eine Diskussion über die unterdrückten Triebe des Menschen aus. Mit Neugier spekulierten die Schüler*innen vor Salvador Dalís „Anthropomorpher Schrank mit Schubladen“ (1936) über die Gestik der dargestellten Figur mit geöffneten Schubladen. Wendet sie von den Menschen ab? Es überraschte, wie klein dieses Gemälde im Original ist. Das Betrachten eines Abbilds auf dem Smartphone oder über Beamer in den Schule kann eben nicht das Original ersetzen, auf dem jeder Pinselstrich sichtbar wird. „Die Begegnung“ (1926) von Magritte veranlasste dazu, die Stellung der Objekte im Bild selbst einmal nachzustellen. Eine Erfahrung, die alle aus dem Museum mitnehmen ist, dass es sich lohnt genauer hinzusehen und, dass jede Person in der Lage sich durch eingängiges Betrachten und Fragen stellen einen beträchtlichen Teil der Inhalte von Kunstwerken berühmter Künstler selbst zu erschließen. Deshalb gilt: Keine Angst vor großer Kunst!

Als „Belohnung“ und wegen akuter Erschöpfung nach dem Museumsbesuch, durften die Schüler*innen die verbleibende Zeit zur freien Verfügung nutzen, in der Altstadt bummeln, am Rhein spazieren oder zu MC Donalds gehen. Um 14 Uhr erreichte die Klasse pünktlich den Essener Hauptbahnhof.

Auf die Frage, ob die Erwartungen erfüllt wurden, gab es das Feedback, „sehr viele Bilder wurden während des museumspädagogischen Rundgangs zwar nicht betrachtet“, aber „interessant war es“ und die „Museumspädagoginnen waren nett“. Außerdem war es war „nicht zu lang“. Wollen die Schüler*innen nach dieser Erfahrung noch einmal in ein Kunstmuseum gehen? Ja! Vielleicht gibt es wieder eine Gelegenheit, wenn „Comics, Mangas und Graphic Novel“ im Mittelpunkt stehen?

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