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16., 21. und 23. Mai Zentrale Prüfungen Klasse 10

... Gertrud-Bäumer-Realschule Essen

100 Jahre Einheit in Vielfalt

Unsere Schulmannschaft gewinnt die Stadtmeisterschaft der B-Jugend

Schulmannschaft

Die ganze Schulgemeinde freut sich und ist stolz auf "ihre Fußball-Jungs": am Dienstag, 02. April 2019 gewann unsere Schulmannschaft um ihren Trainer und Sportlehrer Herrn Duwenbeck das Finale der Stadtmeisterschaft der B-Jugend. In einem spannenden Spiel gegen Frieda-Levy-Gesamtschule ging unser Team mit 4:1 als verdienter Sieger hervor. Damit haben die Jungs die Qualifikation für die Teilnahme an der Bezirksmeisterschaft erreicht; das Vorrundspiel wird am kommenden Donnerstag, 11. April 2019 ausgetragen. Der sportliche Gegner steht zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht fest. Auch für dieses Spiel drücken wir unserer Schulmannschaft selbstverständlich kräftig die Daumen! 

Zur Schulmannschaft zählen:

Nurullah Akbakay, Youssef Kamboua, Yektay Kirli, Tim Nitzsche, Eldar Cajlakovic (9a)

Florijan Muharemij (9c)

Oguzcan Büyükarslan, Luca Pinke (9d)

Kerem Ören (10a)

Fayssal Aourfat, Besim Fazlija, Timur Kesim (10b)

Eingewechselt wurden:

Mohammed Hammour (8d), Ahmed Simsek (8a) und Rinor Lajqi (9d)

Torschützen:

Timur Kesim, Luca Pinke, Mohammed Hammour und Oguzcan Büyükarslan

B. Waschk

 

 

 

„Manchmal findet man komischen Müll!“

Seit 2006 werden die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Essen aufgerufen, sich aktiv für die Verschönerung des Stadtbildes einzusetzen und ihr Wohn- und Arbeitsumfeld von Müll und Unrat zu befreien. Auch unsere Schule beteiligt sich seit vielen Jahren an der Aktion. Ausgestattet mit Müllsäcken, Handschuhen und Zangen schwärmen die Schülerinnen und Schüler aus, um den Schulhof und die angrenzenden Grünanlagen zu säubern.

Auch die Klasse 6d war in diesem Jahr im Einsatz. Hier die Eindrücke dreier Schülerinnen, die zeigen, dass die Aktion auch bei jungen Menschen sehr gut ankommt:

Jumana: „Beim SauberZauber darf jedes Kind mitmachen. Man bekommt Handschuhe, Tüten und eine Zange. Dann geht man raus und sammelt mit den Zangen den Müll vom Boden. Manchmal findet man komischen Müll. Ich habe zum Beispiel einen Schuh und eine Babymütze gefunden und eine Socke. Ich habe auch einen ganzen Apfel und eine ganze Banane gefunden. Wenn man fertig ist, schmeißt man die Tüte in den großen Müllcontainer auf dem Lehrerparkplatz. Am Ende ist der Schulhof wie ein SauberZauber, darum heißt es so. Ich fand es schön.“

Tala: „Hallo, ich bin Tala. Ich war gestern zusammen mit meinen Klassenkameraden beim ‚pico-bello-SauberZauber‘. Wir haben den Schulhof aufgeräumt und interessante Sachen gefunden. Wir haben so viel Müll gesammelt. Ein paar andere Schüler und ich haben auch um den Schulhof herum Müll gesammelt. Es hat auf jeden Fall voll viel Spaß gemacht und es war cool.“

Djene: „Wir hatten gestern den ‚pico-bello-SauberZauber‘. Es hat total viel Spaß gemacht. Wir haben Handschuhe, Picker und große rote Tüten mit dem Logo vom ‚pico-bello-SauberZauber‘ bekommen und voll interessante Sachen gefunden. Am Ende haben wir einen Button bekommen.“

Mehr Informationen zur Aktion unter  https://www.essen.de/rathaus/aemter/ordner_2/pico_bello_sauberzauber.de.html

B. Waschk

 

 

Besuch im Museum Folkwang in Essen

Bevor unser Besuch richtig losgehen konnte, haben wir uns zunächst vor dem Museum Folkwang mit einem Mitarbeiter getroffen. Er hat uns noch einmal die Regeln erzählen lassen, damit wir uns im Museum richtig verhalten. Als wir hineingingen, kamen wir erst in einen großen Flur. Dort meldeten wir uns an. Unsere Jacken und Taschen mussten wir an der Garderobe abgeben. Danach wurde unsere Klasse von den netten Museumsmitarbeiterinnen Steffi und Nadine begrüßt und in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe sollte mit Steffi und Fr. Dilekli, die andere mit Nadine und Herrn Hustemir gehen. Wir wurden mit Klemmbrettern, Papier und Stift ausgestattet. Unsere Aufgabe war es, während des Museumsrundgangs irgendein Bild, das uns gefällt, abzuzeichnen. Im Museum gab es sehr verschiedene Kunstwerke zu sehen, Fotos und Bilder. Ein wenig später traf sich die Gruppe und wir zeigten uns gegenseitig unserer Zeichnungen. Steffi erzählte Geschichten von Leuten aus dem Mittelalter. Noch einmal schauten wir uns alle Bilder, die wir gezeichnet hatten an. Wir haben zwei große blaue Steine, die auf dem Boden standen gesehen. Daneben gab es noch die Klassiker an der Wand. Ein Bild war sehr groß, über drei Meter. Es hatte kunterbunte Kleckse und verschiedene Dinge. In einem anderen Raum haben wir uns Kunstwerke mit optischen Täuschungen angesehen. Da gab es z. B. ein Bild, in dem im Hintergrund dünne Zebrastreifen zu sehen waren. Außerdem waren dort so etwas wie große Wunderkerzen, die kreuz und quer übereinander hingen.

Auf dem Weg ins Atelier haben wir noch weitere wunderschöne Bilder gesehen. Viele Menschen und eine Frau mit Sonnenschirm. Sie sah ein bisschen aus wie Mary Poppins.

Im Atelier haben wir Postkarten bekommen, die wir anmalen konnten und entweder abschicken oder behalten sollten. Danach war unser schöner Museumsausflug in das Museum Folkwang auch schon vorüber.

(Kimberley Kohn, 6e)

Unser Besuch im Kunstmuseum in Bochum

Zuerst haben wir uns in der Klasse getroffen und alles besprochen. danach sind wir mit der U-Bahn und dem Zug nach Bochum gefahren. Vom Hauptbahnhof mussten wir zu unserem Treffpunkt laufen, wo wir die Mitarbeiter vom Museum getroffen haben. Zusammen haben wir Ausschau nach Kunstwerken an der Straße gehalten. Wir haben Graffiti, eine Landkarte und ein Kunstwerk an einem Krankenhaus entdeckt. Auch auf dem Weg zum Museum sollten wir Kunstwerke finden und sie mit unseren Handys fotografieren. Am Museum haben wir unsere Fotos verglichen. Danach holten die Museumsmitarbeiter Kreidespray und Schablonen hervor. Damit sollten wir verschiedene Formen auf die Straße sprühen. Das fanden wir so toll, dass jeder dran kommen wollte. Im Museum schauten wir uns ein Kunstwerk an. Es war so groß wie die Wand, bunt und hatte viele Kreise. Als alle etwas zu dem Kunstwerk gesagt haben, sind wir in einen hellen großen Raum gegangen. Auf dem Boden lag ein großes Plakat, das eine andere Klasse bei einem Museumsbesuch gemacht hatte. Das war sehr bunt. Hieraus sollten wir große Kreise herausschneiden, die wir für unsere Schule mitnehmen durften. Wir fanden es sehr schön. Im Anschluss haben wir selber ein ähnliches Plakat mit verschiedenen Methoden gemacht. Zuerst haben wir Farbe mit einer Farbrolle aufgetragen. Danach durften wir eine Mischung aus Wasser und Farbe aufsprühen. Die dritte Methode sah so aus, dass wir Farbe mit Zahnbürsten verteilt haben. Die vierte und letzte war, dass wir die Farbe direkt aus den Tuben gespritzt haben. Es entstanden Muster und Farbkleckse. Alle fanden das Plakat hinter schön und cool. Danach war unser Ausflug leider schon vorbei. Die meisten hätten gerne noch alle Kunstwerke im Museum gesehen, aber wir hatten nicht genug Zeit. Am Schluss haben wir als Erinnerung ein Klassenfoto gemacht.

(Gina Lantermann, 6e)

Jedes Jahr vor dem langen Karnevalswochenende findet an unserer Schule ein ganz besonderes Ereignis statt: das Pancake Race der Klassen 5! Mit originellen Kostümen müssen die Mädchen und Jungen klassenweise bei einem Wettrennen mit Pfanne und Pfannkuchen gegeneinander antreten. Hinter dem Pancake Race, der auf eine englische Tradition zurückgeht, verbirgt sich ein Staffellauf, bei dem ein Pfannkuchen (bei uns ersetzt durch eine flache Gummi-Scheibe) schadlos über einen Parcours gebracht werden muss.

Auch die Klassenlehrer/innen sowie die Schulleitung waren kostümiert erschienen, um die kleinen Läuferinnen und Läufer anzufeuern. Nach einem „Stechen“, bei dem zwei Klassen mit gleicher Punktzahl noch einmal gegeneinander antreten mussten, ging die Klasse 5e von Frau Schäfer als Sieger hervor, gefolgt von der 5a von Herrn Fichtner. Die Klasse 5b (Klassenlehrerin: Frau Novian) erreichte den dritten Platz, die Klassen 5c von Frau Selvi und die 5d von Frau Munsch teilten sich aufgrund von Punktgleichstand den vierten Platz.

Geplant und durchgeführt wurde das Wettrennen wie in jedem Jahr routiniert von den SportlehrerInnen Frau Plutecki, Herrn Schockenhoff, Herrn Neuhaus, Frau Novian und Herrn Reinicke. Ein herzliches Dankeschön geht nicht nur an diese Gruppe, sondern auch an die fleißigen Helfer/innen aus den 10er-Klassen, die als Schiedsrichter gut aufpassten, dass niemand schummelte und auch jeder Pfannkuchen ordnungsgemäß in der Mitte des Parcours durch gekonntes Hochschleudern gewendet wurde.

Nach der Siegerehrung, bei der es keine Pokale, sondern ganz stilecht Bratpfannen gab, verabschiedeten sich alle gut gelaunt ins lange Karnevalswochenende.

B. Waschk

 

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Einmal im Jahr ist unsere Turnhalle nicht wiederzuerkennen: statt Barren, Matten und Trampolin werden Stände, Stehtische und Informationstafeln aufgebaut. Das bedeutet: der Tag der Jobbörse ist gekommen. Firmen, Einrichtungen und Institutionen aus Essen und der näheren Umgebung bieten unseren 9.- und 10.-Klässlern die Gelegenheit, sich zu informieren über Ausbildungsvoraussetzungen, Tätigkeitsfelder und Verdienstmöglichkeiten.

In diesem Jahr waren – z. T. zum wiederholten Male – dabei: die Sitania GmbH, Zinq, die Katholische Schule für Pflegeberufe, DHL Logistik, PTA Essen, die Polizei Essen, Trimet, die Jugendhilfe Essen, die AOK, der DHL Ausbildungsbereich, die Bundeswehr, die Firma Seibel und Weyer sowie das Unternehmen Open Grid.

Unsere Schülerinnen und Schüler nutzten auch in diesem Jahr das Angebot und notierten sich wichtige Informationen, die sie in den Beratungsgesprächen erhielten.

Besonders schön war es zu sehen, dass in diesem Jahr gleich vier ehemalige Schülerinnen und Schüler unter den Beratenden waren. Cedric Crosberger absolviert eine Ausbildung bei Open Grid, seine ehemalige Mitschülerin Sarah Eder ist im zweiten Lehrjahr bei der Seibel und Weyer GmbH. Beide beendeten im letzten Jahr erfolgreich die Gertrud-Bäumer-Realschule. Etwas länger zurück liegt die Schulzeit von Adissa Touré und Ibrahim Balci (Entlassjahrgang 2013). Adissa Touré informierte unsere Schülerinnen und Schüler über die Krankenpflegeschule Essen, Ibrahim Balci vertrat DHL.

Alle vier jungen Erwachsenen berichteten unseren derzeitigen Schülerinnen und Schülern von ihren Erfahrungen, die sie nach erfolgreichem Schulabschluss in ihrer Ausbildung sammeln konnten. Diese vier jungen Leute stehen beispielhaft für einen Großteil unserer Schülerinnen und Schüler, die nach ihrer Zeit an der Gertrud-Bäumer-Realschule gut gerüstet ins Berufsleben starten.

Barbara Waschk

Am Samstag, den 26. Januar 2019, hieß unsere Schule wie gewohnt sämtliche Besucher willkommen. Von 9:00 Uhr bis 12:00 Uhr öffneten wir unsere Türen für interessierte Eltern und Kinder.

Anhand unseres kreativ gestaltenden Unterrichts gelang es uns, einen Einblick in unser Schulleben zu gewähren. Insbesondere durch das Experimentieren, Musizieren und Werken konnten die Besucher neue Erfahrungen sammeln.

Besonders informativ war Frau Bielefelds PowerPoint-Präsentation, welche unser Schulsystem veranschaulichte.

Anschließend führten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10A unsere Gäste durch unsere Schule, indem sie die Räumlichkeiten und ihre Funktionen darstellten. Darüber hinaus konnten ebenfalls Fragen geklärt werden.

Des Weiteren fand ein herzlicher Kaffee- und Brötchenempfang mit Unterstützung der Zehner-Klassen statt.

Ich kann unsere Schule positiv repräsentieren, indem ich den Besuchern erkläre, wie unser Schulleben aufgestellt ist

Zu diesem Ich-kann-Satz bereiteten wir, die 10a, bereits im Vorfeld den Tag der offenen Tür vor. Die gesammelten Aspekte übten wir zuvor mit Rollenspielen, um am besagten Tag mit herausragendem Engagement die Schule vorzustellen. Die Besucher wurden herzlich empfangen und verschafften sich in Form eines Rundgangs nähere Eindrücke zum Schulleben an der Gertrud-Bäumer Realschule. Parallel standen Schüler sowie Schülerinnen bereit, um auf Fragen und Unklarheiten einzugehen. Ferner erläuterten wir in den Rundgängen Thematiken wie Notenzusammensetzung, Trainingsraumprinzip, Neigungsfächer und vieles mehr. Zudem war der Tagesablauf der Veranstaltung von der Schulleitung und unserer Klassenlehrerin so organisiert, dass uns Schülern ein reibungsloses Vorgehen ermöglicht wurde.

Viele Eindrücke und positive Rückmeldungen

Basierend auf unserer guten Vorbereitung, der informativen Führung und PowerPoint-Präsentation von Frau Bielefeld und dem herzlichen Kaffee- und Brötchenempfang gelang es uns, unsere Schule positiv zu repräsentieren. Nicht zu vergessen sind der kreative Unterricht und die motivierten Schüler/-innen und Lehrer/-innen. Wir erhielten von den Eltern ein gutes Feedback, welches uns sehr erfreute. Nach einem solch erfolgreichen Tag war nicht nur unsere Klasse zufrieden, sondern auch Frau Bielefeld.

Wir hoffen und freuen uns auf zahlreiche Anmeldungen!

Verfasst von Angelina Boos, Zara Kibar und Asya Terzi 10a

Thomas

 

Am Sonntag, dem 16. Dezember erreichte uns die unfassbare Nachricht, dass unser lieber Kollege und 1. Konrektor Thomas Uhle verstorben ist. Sein Tod kam für uns alle völlig überraschend und wir können noch nicht verstehen, dass er aus unserer Mitte gerissen wurde.

Thomas Uhle war ein wichtiges Mitglied des Kollegiums. Er wurde von allen wegen seiner lieben Art gemocht und geschätzt. Immer war er freundlich und hilfsbereit, dazu äußerst verlässlich und kollegial. Seinen Beruf lebte er mit vollem Einsatz und ganzem Herzen aus. Das haben auch die vielen Schülerinnen und Schüler gespürt, die er unterrichtet hat und bei denen er ebenfalls sehr beliebt war.

Wir alle müssen nun lernen, mit dieser großen Lücke, die Thomas Uhle hinterlässt, zu leben. In Gedanken sind wir bei seiner Frau, seiner Familie und seinen Freunden.

Das Kollegium

Bild Sarah Eder

So sieht man sich wieder!“ Dieser Gedanke ging nicht nur den teilnehmenden Schülerinnen und Schüler der Ausbildungsbörse durch den Kopf, sondern auch einigen Lehrer/innen, als sie am Stand der Firma Seibel und Weyer GmbH auf ein bekanntes Gesicht trafen: Sarah Eder (17), ehemalige Schülerin der Gertrud-Bäumer-Realschule, saß am Informationstisch und stellte sich selbstbewusst und souverän den Fragen der Jugendlichen, die sie zum Teil noch vom Schulhof kannten. Sarah Eders Werdegang ist bemerkenswert und der beste Beweis, dass die Jobbörse an unserer Schule keine vertane Zeit ist, sondern möglicherweise die Initialzündung für die berufliche Zukunft bietet.

Als 9.-Klässlerin – also vor ziemlich genau drei Jahren – saß Sarah noch auf der anderen Seite des Informationstisches. Sie erinnert sich genau: „An dem Tag saß unser Prokurist hier und hat mich beraten. Er hat mein Interesse für den Beruf der Tischlerin geweckt. Ich habe dann mein Schülerbetriebspraktikum bei Seibel und Weyer gemacht.“ Dies hat ihr so gut gefallen, dass sie sich dort bewarb – mit Erfolg. Nach ihrem Abschluss im Jahr 2017 begann Sarah, die sich schon immer gerne handwerklich betätigt hat, ihre Ausbildung als Tischlerin – ein Schritt, den sie nicht bereut. „Es war definitiv die richtige Entscheidung“, sagt sie, „der Beruf macht mir Spaß! Es gibt viele Weiterbildungsmöglichkeiten. Ich könnte z.B. auch meinen Meister machen.“ Derzeit ist Sarah im zweiten Ausbildungsjahr. Ihre Tätigkeiten sind vielfältig und abwechslungsreich. So ist sie in der Produktion eingesetzt, aber auch bei Ladenbauarbeiten und im Innenausbau. „Ich war auch schon auf Montage in Belgien“, erzählt sie. Und wie fühlt sie sich als junge Frau unter vorwiegend männlicher Belegschaft? Denn der Tischlerberuf gehört klassischerweise nicht gerade zu den Berufsfeldern, die junge Frauen sich auswählen. „Das ist kein Problem, die Männer in unserer Firma akzeptieren uns weibliche Mitarbeiterinnen“, berichtet Sarah, und: „Bei uns werden regelmäßig auch Frauen eingestellt.“ Auch wenn die Zusammenarbeit mit den männlichen Mitarbeitern grundsätzlich kein Problem sei, empfindet sie es als positiv, dass sie einige weibliche Kolleginnen hat, mit denen sie sich austauschen kann.

Die Begeisterung von Sarah ist unübersehbar. Sie will auch andere Jugendliche für eine Ausbildung im Handwerk begeistern und engagiert sich mittlerweile auch freiwillig als Azubi-Botschafterin: „Am schönsten fände ich, wenn ich einmal einen Schüler oder eine Schülerin dazu motivieren konnte, sich bei uns zu bewerben – das wäre super!“

Barbara Waschk

Das Projekt RuhrKunstNachbarn bietet ein umfangreiches, kostenfreies Workshop-Programm für Schulklassen aller Altersstufen. Das Ziel: die kulturelle Bildung mit einem neuen Ansatz fördern.

Extrem motiviert – anders lässt sich die Klasse 5d der Essener Gertrud-Bäumer-Realschule bei ihrem Besuch im Museum Folkwang und dem Kunstmuseum Bochum nicht beschreiben. Angeleitet durch je zwei Kunstvermittler entdecken die Schülerinnen und Schüler spielerisch verschiedene Formen von Kunst und das kostenlos. Denn: Die beiden Workshops sind Teil des Projekts RuhrKunstNachbarn

Hinter dem Namen verbirgt sich das neue Kooperations- und Vermittlungsprojekt der 20 Kunstmuseen der Metropole Ruhr, die sich unter dem Namen RuhrKunstMuseen zusammengeschlossen haben. Gefördert durch die Stiftung Mercator bieten 

je zwei RuhrKunstMuseen ein gemeinsames Workshop-Programm für Schülerinnen und Schüler aller Schulformen und Altersstufen. Dieses ermöglicht den Kindern und Jugendlichen, ein beteiligtes Museum der Heimatstadt, ein kooperierendes Partnermuseum sowie die Standorte unter einem bestimmten Thema zu entdecken. „Mapping The City – Vom Stadtraum zum Kunstraum“ lautet der Workshoptitel für die Klasse 5d. Organisiert hat die Teilnahme ihre Kunstlehrerin Natalie Dilekli. Ihr ist es wichtig, dass jedes Kind im Laufe seiner Schulzeit mindestens einmal ein Museum besucht hat. „Für die Kinder ist das Programm eine tolle Gelegenheit, zwei Museen ganz aktiv und kreativ kennenzulernen.“

Erster Kontakt

„Wann und mit wem waren Sie zuletzt im Museum Folkwang?“, fragt die zwölfjährige Schülerin Ajda eine Passantin in Essen vor dem Eingang der U-Bahn-Station Rüttenscheider Stern. „Ich war noch gar nicht im Folkwang, aber ich will da auf jeden Fall noch hin“, sagt die junge Frau. Auf die Frage „Was verbinden Sie mit dem Museum Folkwang?“ antwortet ein älterer Herr: „Bilderausstellungen, Kunstausstellungen, Skulpturen und Fotografien.“ In kleinen Gruppen befragen die Schülerinnen und Schüler die vorbeigehenden Passanten zu ihrem Verhältnis zum Museum. Die Antworten notieren sie in Sprechblasen, die später auf einem Stadtplan platziert werden. So soll das Museum nicht nur geografisch im Stadtraum verortet werden, sondern auch in sozialer Hinsicht: Wer geht regelmäßig ins Museum? Wer war noch nie dort? Welche Vorstellung vom Museum haben unterschiedliche Bewohner der Stadt? Vermittelt durch die Meinungen und Erfahrungen der Passanten entwickeln die Schülerinnen und Schüler eigene Erwartungen an den Ort.Ortswechsel: anderthalb Wochen später in der Nähe der Bochumer Innenstadt am Kunstlichttor 12. „Wir gehen jetzt alle gemeinsam unter der Brücke durch und ihr guckt mal, ob ihr was entdeckt, was euch komisch vorkommt“, sagt Kunstvermittlerin Rebecca Wassermann. Und tatsächlich: Auf der anderen Seite entdecken die Kinder oben zwischen den Metallstreben eine eher unauffällige Installation. Die dunkelgraue, fast schwarze Platte zeigt auf beiden Seiten eine Weltkarte und stammt vom Künstler Norbert Radermacher. „Wie hier findet ihr überall in der Stadt Zeichen und Spuren von Kunst“, erklärt Kunstvermittler Udo Baggeröhr. Diese sollen die Schüler 

nun auf dem Weg zum Museum suchen und mit ihrem Handy fotografieren. „Das ist ein neuer Ansatz, den wir im Rahmen der RuhrKunstNachbarn verfolgen“, erklärt Kerstin Kuklinski, die Leiterin der Kunstvermittlung des Kunstmuseums Bochum. Sie zeigt sich überzeugt: „Der neue Aspekt in den Konzepten der RuhrKunstMuseen, urbanes Lernen mit in den Fokus zu rücken, bewährt sich und wird sich auch zukünftig in anderen Vermittlungsformaten widerspiegeln.“ 

Neue Impulse

Die Verbindung zwischen Stadtraum und Kunstraum zeigt sich in Essen auch darin, die Außenwahrnehmung der Passanten zu überprüfen. Im Inneren des Museums setzen die Schülerinnen und Schüler ihre Erkundung und Kartierung fort: Ausgestattet mit Skizzenblöcken und Buntstiften macht die Gruppe einen Rundgang durch die Sammlung. Dabei zeichnen die Schülerinnen und Schüler in schnellen Skizzen die Kunstwerke ab, die ihnen am besten gefallen, und kommen darüber ins Gespräch. Die Zeichnungen werden anschließend auf einem Museumsgrundriss angeordnet.

Ajda (12), Shirine (11), Havanur (11) und Fiona (10) haben sich für das Gemälde „Felsenlandschaft mit Wildbach“ von Christian Ernst Bernhard Morgenstern entschieden. „Ich würde gerne in das Bild reinspringen“, sagt Fiona, als die Klasse gemeinsam die für die Skizzen ausgewählten Ausstellungsstücke aufsucht. „Das Licht ist so schön. Ich würde es sehr genießen, da am Wasser zu sitzen.“ Insgesamt scheinen die Gemälde und Skulpturen die Fantasie der Lernenden anzuregen. Begeistert teilen sie mit der Gruppe ihre Eindrücke. Die Kunstvermittler treten in den Austausch mit ihnen, unterstützen sie mit Impulsen. Ansonsten überlassen sie aber den Kindern den Raum und halten sich eher im Hintergrund – wie auch Kunstlehrerin Dilekli und ihre Kollegin Barbara Waschk, Klassenlehrerin der 5d, die den Ausflug begleitet.

„Für die Lehrkräfte ist es, glaube ich, ganz schön, einmal Teilnehmer der Gruppe zu sein und die Schüler in einem anderen Kontext zu erleben“, so Kerstin Kuklinski. Eine Vermutung, die sowohl Dilekli als auch Waschk bestätigen. Beide freuen sich über die positiven Effekte der Workshops. „Einige Schüler, die im Unterricht sonst sehr still sind, kommen hier richtig aus sich heraus“, berichtet Waschk. Und ihre Kollegin Dilekli betont, wie gut die Schüler mitarbeiten: „Sie sind mit Feuereifer dabei und haben richtig Lust, sich einzubringen. Auf dem Weg zum Museum Folkwang mussten wir sie schon ein bisschen bremsen.“

Aktiv und kreativ

In Bochum setzt sich die Begeisterung fort. Schon im Vorfeld seien die Kinder ganz aufgeregt gewesen, so Dilekli. „Die Schülerinnen und Schüler haben sich total auf den zweiten Termin gefreut.“ Entsprechend motiviert haben sie auf dem Weg zum Museum Beispiele für Kunst im Stadtraum fotografiert: Graffitis an Hauswänden, Aufkleber auf Laternen, gebastelte Fensterdekoration, ein mit Pflastersteinen gelegtes Muster. Jetzt dürfen sie sich selbst an einem Graffiti versuchen. Mit kreidebasiertem, wasserlöslichen Farbpigmentspray und Schablonen geometrischer Formen wagen die Schülerinnen und Schüler eigene gestalterische Arbeiten auf den Gehwegen. Am liebsten will jeder der Erste oder zumindest der Nächste sein. Aus Sicht von Kunstlehrerin Dilekli verständlich. „Das ist aber auch cooles Material!“, flüstert sie Klassenlehrerin Waschk zu. Auch im Museum bleibt es praktisch: Inspiriert durch die als „Bochumer Wand“ bekannte Wandmalerei von Katharina Grosse fertigen die Schülerinnen und Schüler eine gemeinsame spontane Malerei auf einer großflächigen Papierbahn. Geschützt durch bereits bunt besprenkelte Malkittel geht es an die Arbeit – mit Farbrollern, Sprühflaschen mit verdünnter Farbe, Zahnbürsten und Dosierflaschen.

Zur Grundierung kommen vor allem knallige Neon-Farben zum Einsatz: gelb, orange, pink und giftgrün, die die Mädchen und Jungen nach und nach schwungvoll mit den Farbrollern verteilen. „Die Schüler sollen nachvollziehen können, dass, wenn Kunst entsteht, damit auch immer ein körperlicher Aspekt verbunden ist“, sagt Kuklinski. Das Bild wird zunehmend bunter. Die Kinder achten dabei darauf, dass es als Gesamtwerk funktioniert. „Guck mal da, da ist fast gar nichts“, ruft Leonie ihrem gegenüberstehenden Mitschüler empört zu und zeigt auf eine weiße, noch unberührte Stelle. „In der Schule könnte ich so etwas gar nicht machen“, sagt Kunstlehrerin Dilekli. Dafür gebe es weder den Raum noch die Zeit und auch das Material wäre zu kostenintensiv.

Gerade mit den Phasen, in denen die Kinder selbst aktiv sein zu dürfen, schaffen es die Kunstvermittler immer wieder, die Mädchen und Jungen während der zweistündigen Workshops von Neuem zu fesseln. Die elfjährige Nora schwärmt von der Wandmalerei Katharina Grosses und den Erfahrungen beim spontanen Malen: „Das Bild sieht aus wie eine Galaxie, mit so vielen Neonfarben, so bunt. Es hat dann total Spaß gemacht, sowas selbst zu malen. Wir konnten einfach malen, ohne nachzudenken.“ Der zehnjährige Mohamed ist vom Graffiti begeistert, das sie selber sprayen durften, und der gleichaltrige Firat fand es vor allem gut, dass „wir Kinder auch mal zeigen konnten, was wir alles können“.

Ihre Erfahrungen und Kunstbegegnungen sollen die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Projekts RuhrKunstNachbarn auch nach außen tragen. Zu diesem Zweck wartet im Museum Folkwang eine Postkarte auf sie. Diese dürfen sie im Anschluss an ihre Entdeckungstour im Werkraum mit ihrem Lieblingskunstwerk gestalten, bevor sie an ihre Eltern zu Hause verschickt wird. Im Kunstmuseum Bochum wählen die Kinder aus der Malerei der Vorgruppe drei kreisrunde Ausschnitte aus, die sie mithilfe ihrer Lehrerinnen in ihrer Schule oder einem Geschäft ihres Stadtteils aufhängen sollen. Ihre eigene gestalterische Arbeit, die zum Trocknen im Museum verbleibt, soll später wiederum die Schule und Heimatstadt der nachfolgenden Gruppe schmücken. „Diese Rückkopplung ist ebenfalls Teil des Projekts RuhrKunstNachbarn“, sagt Kunstvermittlerin Kerstin Kuklinski: „So werden die Impulse nicht nur von draußen ins Kunstmuseum gebracht, sondern auch nachhaltig wieder zurück in das Lebensumfeld der Schülerinnen und Schüler.“

https://www.ruhrkunstmuseen.com/kunstvermittlung/ruhr-kunst-nachbarn/ruhr-kunst-nachbarn-schueler-entdecken-stadt-und-museum.html

Text: Anna Hückelheim

Fotos und Film Essen: Tina Umlauf

Fotos und Film Bochum: Tina Umlauf, Laura Millmann, Anna Hückelheim

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